Frankreich verschärft Korruptionsgesetz. Deutsche Unternehmen müssen sich rechtzeitig darauf einstellen, sonst drohen hohe Strafen

In Frankreich wurde kürzlich ein neues Gesetz zur Korruptionsbekämpfung verabschiedet. Ziel ist es, die Wettbewerbsfähigkeit französischer Unternehmen im internationalen Wettbewerb zu stärken, und es betrifft zum Beispiel auch – ab einer gewissen Größe – französische Töchterunternehmen von deutschen Konzernen.

Die Reformen umfassen eine neue Anti-Korruptionsagentur und den stärkeren Schutz von Informanten. Das Land reagiert damit unter anderem auf sein unterdurchschnittliches Abschneiden beim letzten Anti-Korruptionsindex von Transparency International. Dort war Frankreich auf Rang 23 gelandet, 13 Plätze hinter Deutschland und auch hinter den USA und Großbritannien (Quelle: Reuters).

Die Anti-Korruptions-Agentur hat die Aufgabe, die Einhaltung der Präventionspflicht und die Einführung eines Compliance-Programms zur Bekämpfung von Korruption durch die betroffenen Unternehmen zu überwachen. Die betroffenen Unternehmen haben max. 6 Monate Zeit, sich den neuen Anforderungen anzupassen.

Mögliche Kontrollen und Sanktionen im Hinblick auf die Umsetzung der Präventionspflicht:

  • die Vorlage aller Geschäftsdokumente sowie aller Informationen anzufordern
  • Überprüfung vor Ort, ob die zur Verfügung gestellten Informationen zutreffend sind und
  • Anhörung jeglicher Personen, für die dies notwendig erscheint.

 

Für den Fall, dass ein Verstoß gegen die Präventionspflicht festgestellt wird, drohen Maßnahmen von einer einfachen Abmahnung bis hin zu Geldstrafen von bis zu EUR 200.000,00 für natürliche Personen sowie bis zu EUR 1.000.000,00 für juristische Personen.

 

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